Die Wanderung

Der Schauspieler Michael Altmann kündigt seine Theaterengagements und macht sich auf, für die Dauer von fünf Monaten Deutschland von Nord nach Süd, bis hinauf auf den St.Gotthard, zu durchwandern. Wo er Gelegenheit bekommt – ob im Hinterzimmer eines Gasthofs oder auf der Bühne eines kleinen Theaters – spielt er den Krapp aus Becketts DAS LETZTE BAND.

Der Film begleitet Altmann auf seiner Wanderung. Altmann, der unterwegs ist, um „in der Stille das Schweigen neu zu lernen und über das Schweigen zum Sprechen zu kommen“.

Wilde Jahre

Wilde Jahre

Nach dem Tod eines gemeinsamen Freundes versuchen ein paar Jugendliche ihrer Trauer und ihrem Frust zu entkommen, indem sie aus einer Laune heraus einen Reisebus entführen, der zur Kaffeefahrt mit alten Damen unterwegs war. Die Damen werden – reich beschenkt mit Dampfkochtöpfen – hinauskomplimentiert, und eine Reise beginnt.

Im Text zum Soundtrack heißt es: „Bei einem Spielfilm über eine Rockband, die mit einem gestohlenen Reisebus durch die Lande zieht, gewinnt die Musik zwangsläufig einen größeren Stellenwert. Dass hier aber mit soviel Professionalität und Sorgfalt komponiert und musiziert wurde, ist sicher die Ausnahme bei der großen Zahl von Soundtracks. Als Komponist und Produzent zeichnet Arno Steffen verantwortlich. Als Sänger konnte der Kultsänger Blaine Reininger gewonnen werden und nicht nur als Schlagzeuger, sondern diesmal auch als Komponist arbeitete Charly T., der sonst für Marius Müller-Westernhagen trommelt, an der Produktion mit. Für Gitarre und Bass holte man sich Hans Maahn und Helmut Krumminga von der Wolf Maahn Band.“

Pseudo

Pseudo

 

Die Geschichte eines Wochenendes unter Freunden. Party, Liebelei, Albernheiten, Halbstarkengetue und – der kleine Verrat.

„Es beginnt wie eine ganz normale Kriminalgeschichte . Ein Jugendlicher hat bei seinem Chef eingebrochen. Und nun ist der Chef tot. Der Jugendliche beteuert seine Unschuld, doch nicht nur die Polizei hat Zweifel…– Der Autor und Regisseur nutzt die Krimihandlung, um etwas ganz anderes zu erzählen. PSEUDO ist die Charakter- und Beziehungsstudie einer Jugendclique Ende der Fünfziger.“

Frankfurter Rundschau

„Steger bleibt auch in dieser Produktion den Nachweis seines außergewöhnlichen Talents nicht schuldig. Er stellt mit Schwarzweißfilm ganz außergewöhnliche Dinge an.“

Berliner Zeitung

Über den Schwarzweißfilm PSEUDO spricht Kameramann Axel Block ausführlich in: Handbuch des Kameramanns, S. 98 ff., und: „Ich habe vor einigen Jahren einen 16-mm-Film in Schwarzweiß gemacht. Der Film heißt PSEUDO…Die Arbeit daran hat mir großen Spaß gemacht.“

Fremd bin ich eingezogen. Eine Winterreise nach New York

Fremd bin ich eingezogen

Ein paar Musiker und ein Schauspieler erreichen New York. Haben Lieder im Gepäck. Deutsche Lieder. Sie sind eingeladen, Schuberts WINTERREISE am LaMama-Theater zur Aufführung zu bringen.

Ungewöhnlich die Instrumentierung mit Saxophon, Cello, Bandoneon und Klavier. Noch ungewöhnlicher, dass ein Schauspieler, Michael Altmann, und kein Sänger die Schubert-Lieder interpretiert. Altmann singt nicht, sondern krächzt, bellt, stöhnt und flüstert, und enttäuscht alle Freunde der hochartifiziellen Sangeskunst. Altmann atmet den Melodien Schuberts einen neuen, verruchten Rhythmus ein, er rotzt, hustet und säuft sich durch die von ihm besungenen Wälder und die Eiseskälte des Winters. Wie oft ist versucht worden, diesem Stück Musik das Besondere zurückzugeben und wie nachdrücklich ist es hier gelungen!

„Mr. Altman`s riveting presence, governed by an innately musical sense of rhythm and timing, transformed the cycle into a wholly different experience with a logic and integrity of its own.“

New York Times

…Ich führe ein filmisches Tagebuch mit Michael Altmann, um über die Straßen, die er – der Schauspieler, Wanderer und Vagabund – durchläuft, die Begegnungen in New York und seine Auftritte im Theater zu erzählen. Ein Film aus Schuberts Liedern, ein Film über den Winter in New York.

Szenische Bearbeitung der Winterreise: Gabriele Jakobi o Musikalische Bearbeitung: Achim Gieseler o Alfred Harth (Saxophon) o Thilo Krigar (Cello) o J.J. Mosalini jr. (Bandoneon) o Holger Groschopp (Klavier)

Das Geld. Die Stadt. Das Falschgeld.

Das Geld, die Stadt, das Falschgeld

Ein Zufall war`s, auf einen Keller mit Filmen, Tagebüchern, Akten und Fotos zu stoßen. Vor mir das Leben eines Filmregisseurs der 50er Jahre – Karl Hamrun –, den ich nie gekannt hatte und nun – nach seinem Tod – auch nie kennen lernen würde. Ein Leben als Nachlass.

„Aus dem vielfältigen Material hat Burkhard Steger eine sensible Collage gedreht und montiert. Aus Details setzt er, sich dem Verstorbenen mit Respekt und Sympathie nähernd, ein Lebensmosaik zusammen. Er blättert Bilder hin, Briefe, Absagen, Dokumente, Filmausschnitte. Uns wurde eine deutsche, scheiternde Filmmacher-Existenz eindringlich vorgeführt, eine talentierte Unzeitgemäßheit. Wir, Zuschauer, danken, mit Wehmut, für die Begegnung mit einem ungewöhnlichen und traurigen Regisseursschicksal der 50er Jahre.“

Rheinische Post

Eines Freundes guter Traum.

Eines Freundes guter Traum

Im Hinterzimmer beginnen Proben zu einem Theaterstück, vorn im Café reges Treiben. Stimmengewirr aus unterschiedlichen Sprachen, Dialekten. Kost und Logis werden erbettelt oder ersteigert, Spielkarten, Selbstgebrannter und Notizen mit Adressen auf den Tischen. Zürich, dreißiger Jahre. Eine Nacht lang. Menschen auf der Durchreise. Eine Nacht der Freundschaften, Liebeleien oder liebgewordener Feindschaften.

„In Bildern, eindringlich und genau, die aus vielen Orten und Zeiten eine wiederkehrende Situation verdichten: den Klang des Exils. Steger beschreibt die Flüchtigkeiten eines Aufenthalts, das Entschwinden der gewohnten Lebensbezüge, das Sicheinrichten im Vorläufigen. Und doch verbindet diese Figuren mehr als nur das Muster zufälliger Begegnungen: Das Versprechen einer Freundschaft, die überdauert und den Flüchtigen eine Heimstatt bietet.“

Frankfurter Allgemeine Zeitung

Ein Kind, die Wörter, die Welt. Versuch über Sartre.

„Ich gestatte freundlicherweise, dass man mir die Schuhe anzieht, die Nasentropfen einträufelt, dass man mich kämmt und wäscht. Ich weine niemals, ich lache fast gar nicht. Ich kenne nichts Lustigeres als die Rolle eines artigen Kindes.“

Wenn Jean-Paul Sartre in der Autobiographie ´Die Wörter` seine Kindheit nacherzählt, ist selten klar, wo die Grenzen zwischen tatsächlich Ereignetem und bloß behaupteter, fiktiver Wahrheit zu ziehen sind.

Also recherchiert wie spekuliert unser Film über Sartres Kindheit in Paris. Und erzählt von einer weiteren „Fiktion“, die den kleinen Jean-Paul faszinierte – das Kino:

„Wenn man mir einen englischen Bonbon anbietet, wenn sich in meiner Nähe eine Frau die Nägel lackiert, wenn mir in den Toiletten eines Provinzhotels der Geruch eines bestimmten Desinfektionsmittels entgegenschlägt, wenn ich nachts im Zug an der Decke die violette Nachtbeleuchtung erblicke, dann finden meine Augen, meine Nase, meine Zunge die Lichter und Düfte jener verschwundenen Säle…das Kino.“